KI-Suche und weniger Klicks, was die Daten wirklich zeigen.
AI Overviews und der KI-Modus sind in Österreich angekommen, und die Klickzahlen sinken. Was dazu belegt ist, was daraus folgt und was ein Betrieb beeinflussen kann.
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Dass Google heute oft selbst antwortet, statt nur Links zu zeigen, merkt jede Person, die in den letzten Monaten etwas gesucht hat. Weniger klar ist, was das für einen Betrieb in Wien bedeutet, der bisher einen Teil seiner Anfragen über die Suche bekommen hat. Zu dieser Frage gibt es inzwischen mehrere unabhängige Datensätze, und sie zeigen in dieselbe Richtung, allerdings mit Einschränkungen, die man kennen muss.
Dieser Beitrag sammelt, was belegt ist, benennt die Grenzen jeder Zahl und zieht daraus praktische Schlüsse. Stand ist der 16. Oktober 2026.
Was seit wann in Österreich zu sehen ist
Die KI-Zusammenfassungen, die Google AI Overviews nennt, erreichten Österreich im Frühjahr 2025. Ein Fachbericht vom 26. März 2025 nennt Österreich unter neun weiteren EU-Ländern der damaligen Ausweitung.1 Ein genaues österreichisches Startdatum nennt die Quelle nicht.
Der eigenständige KI-Modus folgte später. Google kündigte am 7. Oktober 2025 an, den Modus auf über 35 weitere Sprachen und mehr als 40 weitere Länder auszuweiten, darunter viele in Europa, ohne einzelne Länder zu nennen.2 In der Länderliste von Google ist Österreich heute für den KI-Modus geführt, gemeinsam mit Deutschland und der Schweiz.3
Für die Praxis heißt das: Beide Formen der KI-Suche sind in Österreich verfügbar, und zwar seit über einem Jahr für die Zusammenfassungen und seit rund einem Jahr für den Modus.
Was die Klickdaten zeigen
Drei unabhängige Erhebungen liegen vor. Sie messen Unterschiedliches, und keine davon misst Österreich.
| Erhebung | Zeitraum und Umfang | Ergebnis |
|---|---|---|
| Pew Research Center, veröffentlicht 22. Juli 2025 | 68.879 Suchanfragen von 900 Erwachsenen in den USA, Browserdaten aus März 2025 | Ein klassisches Suchergebnis wurde bei 8 Prozent der Besuche mit KI-Zusammenfassung angeklickt, gegenüber 15 Prozent ohne4 |
| Ahrefs, veröffentlicht 4. Februar 2026 | 300.000 Suchbegriffe, Daten aus Dezember 2025 | Die Klickrate der ersten Position liegt dort, wo eine KI-Zusammenfassung erscheint, um rund 58 Prozent niedriger5 |
| Similarweb, veröffentlicht 10. Juni 2026 | Panel-Daten, kein Land genannt | 68 Prozent aller Google-Suchen enden ohne Klick auf eine Website6 |
Die Einschränkungen gehören dazu. Die Pew-Daten stammen aus den USA und aus einem einzigen Monat. Ahrefs misst die Klickrate am Computer gegen eine Ausgangsmessung aus Dezember 2023 und spricht selbst von einem Zusammenhang, nicht von einer bewiesenen Ursache. Die Similarweb-Zahl beruht auf einem Panel, gewichtet mobile und stationäre Nutzung unterschiedlich und nennt kein Land.
Für den deutschsprachigen Raum gibt es eine vierte Messung. SE Ranking berichtet am 3. Juni 2026, dass der Anteil organischer Suche am gesamten Website-Verkehr in der DACH-Region von 44,03 Prozent auf 38,48 Prozent gefallen ist, gemessen an 101.574 beobachteten Websites und im Vergleich des Jahresdurchschnitts 2025 mit dem Zeitraum Jänner bis April 2026.7
Warum weniger Klicks nicht automatisch weniger Kundschaft heißt
Ein Klick ist kein Auftrag. Viele Suchanfragen, die heute in einer Zusammenfassung enden, hätten auch früher niemanden in einen Betrieb gebracht: Öffnungszeiten, Definitionen, kurze Faktenfragen. Wer diese Antwort in der Suche bekommt, hätte die Website kaum länger als zehn Sekunden gesehen.
Umgekehrt bleibt der Teil der Suche, der zu einem Auftrag führt, meist ein Vorgang mit mehreren Schritten: vergleichen, Preise prüfen, Bewertungen lesen, anrufen. Diese Schritte verschwinden nicht, weil eine Zusammenfassung oben steht.
Die ehrliche Zusammenfassung lautet deshalb: Die Zahl der Besuche sinkt messbar, die Zahl der Anfragen folgt dieser Entwicklung nicht zwangsläufig im selben Ausmaß. Wer nur auf Besuche schaut, beurteilt den eigenen Betrieb an der falschen Zahl.

Wie viel Verkehr aus KI-Antworten tatsächlich kommt
Hier liegt die am häufigsten übersehene Zahl. Verweise aus KI-Diensten auf Websites machten in der DACH-Region 2026 im Durchschnitt 0,38 Prozent des gesamten Verkehrs aus, nach 0,26 Prozent im Jahr davor.7 Innerhalb dieses kleinen Anteils entfielen 65,42 Prozent auf ChatGPT und 15,30 Prozent auf Perplexity.7
Daraus folgt eine unbequeme Rechnung: Die Suche verliert mehr, als die KI-Dienste an Verweisen zurückgeben. Wer verspricht, den Rückgang über Optimierung für KI-Antworten eins zu eins auszugleichen, verspricht etwas, das die veröffentlichten Daten nicht hergeben.
Was Werbung daran ändert und was nicht
Anzeigen innerhalb von AI Overviews sind in Österreich nicht buchbar. Google listet dafür ausschließlich englischsprachige Märkte außerhalb der EU, nämlich Australien, Kanada, Indien, Indonesien, Kenia, Malaysia, Neuseeland, Nigeria, Pakistan, die Philippinen, Singapur und die USA.8
Was weiterhin gilt: Klassische Suchanzeigen können laut derselben Seite ober- und unterhalb einer KI-Zusammenfassung erscheinen, in allen über 200 Märkten mit AI Overviews.8 Eine eigene Steuerung oder eine getrennte Auswertung für diese Platzierung gibt es nicht.

Was ein Betrieb beeinflussen kann und was nicht
Beeinflussbar sind vier Dinge:
- Ob Ihre Inhalte eine Frage direkt beantworten, möglichst im ersten Absatz der passenden Seite.
- Ob Ihre Angaben zu Name, Adresse, Leistungen und Öffnungszeiten überall gleich sind, auf der Website wie im Google-Unternehmensprofil.
- Ob strukturierte Daten Ihren Betrieb maschinenlesbar beschreiben.
- Ob Ihre Website die Programme der KI-Anbieter überhaupt zulässt oder sie pauschal aussperrt.
Nicht beeinflussbar ist, ob ein Sprachmodell Sie in einer Antwort nennt. Es gibt keine Einreichung, keine Buchung und keine Garantie. Jedes Angebot, das eine Nennung zusagt, beschreibt etwas, das der Anbieter nicht steuert.
Bemerkenswert ist dabei, wie groß die Unsicherheit in Österreich ist: Laut einer Befragung von 426 österreichischen KMU im ersten Quartal 2026 wissen 75 Prozent nicht, ob ihre Inhalte in KI-Suchsystemen angezeigt werden.9
Was Sie stattdessen messen sollten
Stellen Sie die Messung um, bevor Sie die Inhalte umstellen. Brauchbar ist eine kleine, feste Liste: Anfragen über Formular und Telefon, Anrufe und Routenabfragen über das Unternehmensprofil, Suchanfragen, über die Sie gefunden werden, und die Frage an neue Kundschaft, wie sie auf Sie gekommen ist.
Halten Sie den Ausgangsstand fest, bevor etwas geändert wird. Und behalten Sie im Kopf, dass sinkende Besuchszahlen bei gleichbleibenden Anfragen kein Alarmsignal sind, sondern genau das, was die Daten oben erwarten lassen.
Wie die Arbeit an Technik, Inhalten und lokalen Angaben im Alltag aussieht, steht in Wie Sie bei Google und in der KI-Suche gefunden werden.
Anmerkungen
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thekeyword.co, „Google rolls out AI Overviews to nine more EU countries“, 26. März 2025, abgerufen am 16. Oktober 2026. Es handelt sich um ein Fachmedium, nicht um Googles eigenen Blog.
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Google, „AI Mode is now available in more languages and locations around the world“, 7. Oktober 2025, abgerufen am 16. Oktober 2026. Der Beitrag nennt keine einzelnen Länder.
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Google Search Help, „Get AI-powered responses with AI Mode in Google Search“, abgerufen am 16. Oktober 2026. Die Seite trägt kein Datum. Sie enthält zusätzlich eine getrennte Länderliste für ein einzelnes Modell im KI-Modus, in der Österreich nicht geführt ist.
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Pew Research Center, „Google users are less likely to click on links when an AI summary appears in the results“, 22. Juli 2025, abgerufen am 16. Oktober 2026. Die Browserdaten stammen aus dem März 2025 von 900 Erwachsenen in den USA.
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Ahrefs, „Update: AI Overviews Reduce Clicks by 58%“, 4. Februar 2026, abgerufen am 16. Oktober 2026. Gemessen wurde die Klickrate am Computer gegen eine Ausgangsmessung aus Dezember 2023; Ahrefs spricht selbst von einem Zusammenhang.
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Similarweb, „Zero-Click Marketing“, 10. Juni 2026, abgerufen am 16. Oktober 2026. Panel-Daten ohne Länderangabe, mobile und stationäre Nutzung unterschiedlich gewichtet.
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SE Ranking, „KI-Traffic im DACH-Raum 2026“, 3. Juni 2026, abgerufen am 16. Oktober 2026. Grundlage sind 101.574 beobachtete Websites; der Wert für 2026 ist der Durchschnitt von Jänner bis April 2026. 2 3
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Google Ads Help, „About ads and AI Overviews“, abgerufen am 16. Oktober 2026. Die Seite trägt kein Datum und äußert sich nicht zum KI-Modus. 2
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Coreflow, „Studie zur Digitalisierung österreichischer KMU 2026“, abgerufen am 16. Oktober 2026. 426 telefonische Interviews im ersten Quartal 2026, Selbstauskunft der Befragten; der Herausgeber verkauft selbst Suchmaschinenoptimierung.
Quellen
- 1Google rolls out AI Overviews to nine more EU countriesthekeyword.co, abgerufen 16. Oktober 2026
- 2AI Mode is now available in more languages and locations around the worldGoogle, abgerufen 16. Oktober 2026
- 3Get AI-powered responses with AI Mode in Google SearchGoogle Search Help, abgerufen 16. Oktober 2026
- 4Google users are less likely to click on links when an AI summary appears in the resultsPew Research Center, abgerufen 16. Oktober 2026
- 5Update: AI Overviews Reduce Clicks by 58%Ahrefs, abgerufen 16. Oktober 2026
- 6Zero-Click Marketing: The SEO Strategy For A World Where Most Searches Skip Your SiteSimilarweb, abgerufen 16. Oktober 2026
- 7KI-Traffic im DACH-Raum 2026: Entwicklung, Plattformanteile und globaler VergleichSE Ranking, abgerufen 16. Oktober 2026
- 8About ads and AI OverviewsGoogle Ads Help, abgerufen 16. Oktober 2026
- 9Studie zur Digitalisierung österreichischer KMU 2026Coreflow, abgerufen 16. Oktober 2026